Kann sich ein Erwachsener an die eigene Geburt erinnern?

Kann sich ein Erwachsener an die eigene Geburt erinnern?

Viele Erwachsene glauben, sich an ihre eigene Geburt zu erinnern, was so aber nicht sein kann. Hierbei kann es sich um eine sogenannte falsche Erinnerung handeln. Doch wie entsteht eigentlich so eine falsche Erinnerung?

Trugschluss oder doch Wahrheit?

Ärzte sind sich hier einig, solch eine Erinnerung ist ein Trugschluss, da sich fast niemand daran erinnern kann, was vor seinem dritten Lebensjahr so alles passiert ist. Das hat einen ganz natürlichen Grund, denn bis dahin ist das Gehirn noch nicht vollständig ausgebildet. Dabei erstaunen uns Kleinkinder immer wieder, wenn diese zum Beispiel nach einer Banane greift. Natürlich hat es vorher schon einmal eine Banane gegessen und die hat ihm sehr gut geschmeckt. Doch Kinder überraschen die Erwachsenen noch häufiger, denn diese behalten sich doch wirklich sehr viel. So können Kinder auch die Oma und den Opa wiedererkennen, auch wenn diese schon Monate nicht mehr zu Besuch da waren. Alles schöne und weniger schöne ist im Gehirn der Kinder gespeichert, doch an die Geburt erinnert sich kein Erwachsener mehr. Dabei beharren einige Erwachsene darauf, sich wirklich an ihre Geburt erinnern zu können. Allerdings, halten das Forscher für ausgeschlossen. Der genaue Fachausdruck lautet infantile Amnesie, wobei Säuglinge praktisch unter einem Gedächtnisverlust leiden. Warum das so ist, konnten die Wissenschaftler bis heute noch nicht. Selbst Siegmund Freud hat sich darüber so seine Gedanken gemacht und ist ebenfalls zu keinem Ergebnis gekommen. Die Annahme geht dahin, dass unser Gehirn noch nach der Geburt ausreift. Somit wäre das Gehirn bei der Geburt noch nicht ausgereift und kann sich genau diese Erinnerung nicht merken.

Das Gehirn muss sich erst entwickeln

Die ersten Erinnerungen werden zunächst im Hippocampus gespeichert. Dabei handelt es sich um eine Struktur, die weit im Inneren unseres Gehirns alles zwischenspeichert. Handelt es sich um autobiografische Inhalte, werden diese dann in einer anderen Region im Gehirn gespeichert. Dies geschieht durch Übertragung in ganz bestimmte Regionen der Großhirnrinde. Dabei ist bei Säuglingen genau diese Leitungsbahn noch nicht voll entwickelt, somit kann die Erinnerung noch nicht richtig gefestigt werden. Zusätzlich fehlt hier noch der Zusammenhang zwischen gewissen Ereignissen. Dies betrifft dann, was davor oder danach geschieht. Ebenso können die Gefühle noch nicht gespeichert werden. Denn um gewisse Szenen richtig zu speichern, müssen verschiedene diverse Gehirnregionen zusammenarbeiten. Genau diese Regionen sind am Anfang des Lebens nur sehr wenig miteinander vernetzt und enthalten dadurch nur sehr wenige Informationen. So entwickelt sich die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen, erst im zweiten Lebensjahr. Da es kein Ich-Gefühl gibt, gibt es auch keine Erinnerung ans Ich. Zusätzlich unterscheidet unser Gehirn nicht zwischen falschen und richtigen Erinnerungen. Doch das Gehirn bleibt nicht immer auf dem gleichen Stand, sondern es ändert sich ein ganzes Leben lang. So können Erinnerungen auch manipuliert werden, wobei dies unbewusst geschieht. Hat ein Kind an einem gewissen Ort etwas erlebt und es bekommt dies am gleichen Ort erzählt, kann es zu einer falschen Erinnerung kommen. Das Gehirn speichert die erhaltene Information einfach und so können falsche Erinnerungen entstehen.

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